Montag, 18. Juni 2018
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Allergien    
1906 definierte der österreichische Arzt Dr.Clemens Johann von Pirquet erstmals den Begriff der Allergie: Es sei die veränderte Reaktion des Immunsystems auf ein Antigen.Das Antigen unterscheiden die Wissenschaftler streng zwischen zwei Reaktionen des Immunsystems: "der schützenden Immunität" und den "Überempfindlichkeitsreaktionen". Ein normal arbeitendes Immunsystem schützt den Körper vor Krankheitserregern und Fremdstoffen. Es muss auf krankmachende Antigene reagieren und diese möglichst schnell beseitigen. Bekämpft das Immunsystem allerdings harmlose Fremdstoffe, handelt es sich um eine Überempfindlichkeitsreaktion, eine Allergie. Lösen Fremdstoffe eine Allergie azs, werden diese als Allergene bezeichnet. Eine Allergie kann sich durch viele körperliche Symptome äussern und unterschiedlich stark ausfallen: von wenig sürbaren Beschwerden bis hin zu lebensbedrohlichen Notfällen.    
     
Überschiessende Abwehrreaktion    
im Falle der Allergie regiert das Immunsystem also “überschießend”, weil Allergene bei Gesunden normalerweise keine Abwehrreaktion des körpereigenen Immunsystems hervorrufen.    
Bei vielen Patienten beginnt die Erkrankung bereits in der Kindheit. Allerdings können Pollenallergene auch erstmalig im mittleren oder höheren Lebensalter auftreten. Allen allergischen Beschwerden geht eine sogenannte Sensibilisierung voraus. Sie ist Bedingung dafür dass im weiteren Verlauf eine Allergie entsteht. Wie kommt es zu dieser Sensibilisierung? Fremdstoffe wie Proteine treffen auf die Haut, erreichen über die Atmung die Lunge oder mittels Nahrung den Verdauungstrakt. Bei Nicht - Allergikern reagiert das Immunsystem nicht. Es entwickelt eine Toleranz. Bei Allergikern jedoch aktiviert der Fremdstoff das Immunsystem. Es startet daraufhin Abwehrmaßnahmen:  allergie  
Je nach Auslöser leiden Allergiker saisonbedingt oder ganzjährig an den Symptomen ihrer Krankheit. Auslöser des Heuschnupfens und des Asthma bronchiale sind vorwiegend Pollen von Gräsern, Bäumen und Kräutern, die durch den Wind bestäubt werden. Diese Pollen verursachen somit im Frühjahr und Sommer das meiste Leid.    
Von den Jahreszeiten unabhängig sind Allergien gegen Federn. Tierhaare, Hausstaubmilben und Schimmelpilze. Ihre Gefahr: Sind Allergiker kontinuierlich den Allergenen ausgesetzt, können sich die Schleimhäute chronisch entzünden. Dann reagieren Betroffene häufig auch auf nicht allergische Reize wie Kälte oder Rauch überempfindlich.    
Allergien betreffen verschiedene Organe, entsprechend unterschiedlich sind auch Ihre Symptome. Am Auge führen sie zur Bindehautentzündung (Konjunktivitis), Lidschwellung oder zum Tränenfluss. In den Atemwegen verursachen sie: Heuschnupfen (saisonaler Schnupfen, Rhinitis allergica) oder Dauerschnupfen, Schwellungen der Atemwege und Asthma bronchiale. Die Haut reagiert auf Allergene mit Juckreiz, Rötung, Blasenbildung, Nesselsucht (Urtikaria), Schwellungen des Gesichtes oder nur der Lider.    
Für manche Personen ist der Juckreiz der Schleimhäute mit Kratzen im Rachenbereich schier unerträglich. Im fortgeschrittenen Stadium kommen Asthma - Anfälle hinzu d.h.: In extrem kurzer Zeit können sich die Atemwege verengen (Bronchokonstriktion) oder Gefäße stauen und Ödeme bilden.    
Bei jedem fünften Betroffenen findet nach fünf bis fünfzehn Jahren der viel befürchtete “Etagenwechsel” statt. Die Erkrankung hat nun auf die Lunge übergegriffen. Folge dieses Etagenwechsels ist das allergische Asthma. Wird die Erkrankung früh erkannt und von Anfang an behandelt, kann die Entstehung eines allergischen Asthmas verhindert oder zumindest hinausgezögert werden.    
Im Magen - Darm - Trakt entstehen Übelkeit, Durchfall oder Erbrechen (Lebensmittelallergien). Aber auch generalisierte Reaktionen (Anaphylaxie) des Körpers können auftreten: vom Schock bis zum Herz-Kreislauf-Stillstand.    
Die beste und sicherste Maßnahme in der Therapie allergischer Erkrankungen ist die Allergenkarenz, also den Kontakt mit dem Allergen strikt zu unterbinden. Bei einer Allergie gegen Hausstaubmilben sind dagegen zum Teil aufwendige Maßnahmen notwendig. Pollen Allergiker haben es besonders schwer, den Allergenen auszuweichen.    
Erste Wahl Antihistaminika In vielen Fällen lässt sich eine Allergenkarenz nicht vollständig durchführen, und die Beschwerden bleiben zumindest teilweise noch bestehen. Dann muss der Betroffene andere Möglichkeiten wählen    
     
 Behandlung : drei Grundprinzipien    
     
Die Therapie bei Allergien richtet sich nach der Schwere und Häufigkeit der Beschwerden. Aber trotz der großen individuellen Vielfalt in der Art und Ausprägung der Symptome, beruht jede Behandlung von Allergien klassischerweise auf drei Grundprinzipien    
     
 1. Allergenkarenz    
Verhinderung der Beschwerden durch Vermeidung des Allergenkontaktes, zum Beispiel durch eine Eliminationsdiät (Ausschließen) der allergieauslösenden Nahrungsstoffe.    
     
 2. Medikamente    
Linderung der Beschwerden durch eine medikamentöse Therapie mit Antihistaminka, Kortison oder symptomorientierte medikamentöse Therapie (Augentropfen, Nasensprays, Asthmasprays) ggf. auch homöopatische Mittel.    
     
 3. Allergieimpfung    
Behandlung der Ursache durch Hyposensibilisierung, die umgangssprachlich auch als “Allergieimpfung” bezeichnet wird. In der Fachliteratur wird auch der Begriff “spezifische Immuntherapie” benutzt. Sie kommt grundsätzlich nur dann in Betracht, wenn die auslösenden Allergene genau bekannt und verfügbar sind.    
     

 Links:     www.allergiecheck.de

                 www.donnerwetter.de/pollen/

   


 

 
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